Nan Zhang wurde 1980 in China geboren. Sie studierte von 2002 bis 2007 am Institut für Neue Musik der Musikhochschule Freiburg. Dazwischen war sie als Erasmusstudentin von 2004 bis 2005 an der Universität für Musik in Graz und besuchte zusätzlich Seminare der elektronische Musik am IEM Graz. Von 2009 - 2012 absolvierte sie ein Konzertexamensstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und in Köln, wo sie bei Johannes Schöllhorn studierte. Im Jahr 2013 war sie als Stipendiatin der Cité international des Art Paris für ihr Künstler-Aufenthaltsstipendium in Paris. Seit 2014 unterrichtet sie am zentralen Konservatorium Peking. Im Jahr 2019 kehrte sie wieder nach Deutschland zurück und 2021 wurde sie neben ihren kompositorischen Tätigkeiten Doktorandin des künstlerisch-wissenschaftlichen Promotionsstudiums an der Musikhochschule Freiburg. Dabei verfasst sie eine Arbeit über “Künstlerische Rituale in der Orchestermusik des 20. und 21. Jahrhundert“.
Nan Zhang’s Arbeit umfasst viele Genres von Kammer- und Vokalmusik über Werke für Instrumentaltheater bis hin zur Klanginstallation. Sie beschäftigt sich ebenfalls auf vielfältige Weise mit chinesischer traditioneller Musik und hat zahlreiche Aufführungen bei Musikprojekten und Musikfestivals.
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Die Frage der Tradition ist hier für mich als in China mit westlicher Musik aufgewachsene Komponistin zentral.
Der anfängliche Aufbruch nach Deutschland war auf den begierigen Wunsch zurückzuführen, eine neue Welt, eine neue Kultur zu verfolgen, sich mit der Welt zu verbinden.
Dennoch brachte mir das Studium und die Forschung in Deutschland zu westlicher Musik neben der Erweiterung meines Blickwinkels und Vertiefung meiner Betrachtungen, zugleich einen intensiven Dialog mit meiner Tradition.
Während meiner Lehrtätigkeit in China zwischen 2014-2019, erlebte der Hochschulkreis gerade den Höhepunkt der interkulturellen Kommunikation im Bereich der Musik und Kunst, und ich habe an zahlreichen Austauschaktivitäten, der Zusammenarbeit mit Musikern von verschiedenen Kulturen und der Übersetzungsarbeit teilgenommen, wobei ich mit der Perspektive des gegenseitigen Respekts vielfältige Ressourcen entdeckt habe, was ich bislang noch nicht in Betracht gezogen hatte. Die Teilnahme am interkulturellen Austausch entwickelte bei mir ein Bewusstsein, dass es wichtig ist, die Diskursformen zwischen Ost und West sowohl kompositorisch als auch wissenschaftlich selbst ins Zentrum zu stellen. Und so habe ich angefangen, mich mit dem Thema Interkulturalität und Tradition zu beschäftigen, was mich zu meiner Arbeit und zu der Promotion geführt hat.“
—Nan Zhang